Kluftsystem, Oberaarjoch, VS

Zerrklüfte

Um Kristalle zu finden muss man kein Geologe sein - aber ein wenig Hintergrundwissen hilft! Danach braucht es viel Ausdauer, Erfahrung und Motivation.

Gesteinsbildende Mineralien

Jedes Gestein besteht aus Mineralien. Diese sind aber meistens nicht eigengestaltig, sondern unregelmässige, mehr oder weniger grosse Körner im Gestein, wie z. B. Quarz, Feldspat und Glimmer im Granit.


Es gibt selbstverständlich Ausnahmen. So kann man in metamorphen Gesteinen, z. B. vielflächige Granate oder langstengeligen Disthen (Kyanit) finden oder in Pegmatiten eingewachsene eigengestaltige Turmaline und Berylle. Häufiger ist aber, dass eigengestaltige Kristalle in einem Hohlraum im Gesteinskörper entstehen.

 

 

Damit ein Mineral schöne Kristalle mit ebenen Begrenzungsflächen ausbilden kann, braucht es in erster Linie also Platz.



Grösse von Zerrklüften

Die Grösse des Hohlraums spielt eigendlich keine Rolle und kann von wenigen Millimetern bis 10er von Metern erreichen.


Die kleinsten Öffnungen sind vor allem für seltene Minerale interessant. Berühmt ist z. B. die Grube Lengenbach im Binntal, wo im Dolomit eine einzigartige Paragenese aus Sulfosalzen entstanden ist. Aber auch bei der Suche nach Zerrklüften lohnt es sich die kleinen Risse im ausgelaugten Gestein um die Kluft herum zu begutachten oder einen Blick auf die Rückseite der Quarzstufen zu werfen. Gerade hier finden sich häufig seltenere Mineralien, wie Anatas, Hämatit, Synchisit oder Xenotim.


Grosse Zerrklüfte mit einer Dimension von mehreren Metern sind meistens Kluftsysteme, die im ausgebeuteten Zustand den Eindruck eines einzigen, grossen Hohlraums hinterlassen.



Kluftanzeichen